Ich packe meinen Koffer……… oder „sein ohne zu müssen“

In dieser Woche ging es drunter und drüber. Wir haben kurzfristig einen Kurplatz bekommen und sind dann mal weg, an der Ostsee für drei Wochen. Ursprünglich war das ganze erst für November geplant. Da aber mein Großer in die 4. Klasse kommt (Übertrittklasse), hatte ich uns auf die Warteliste setzen lassen um einen früheren Termin zu bekommen und es hat prompt geklappt.

„Juhuuuujuhuuujuhu, wir fahn an grooooßes Meeeer“, jubelte Ben (2 Jahre). Tim`s Freude war verhalten, denn er wäre in dieser Zeit eine Woche mit seinem Vater in den Urlaub gefahren. Da dieser ihn aber über diese Woche hinaus nicht behalten konnte, fährt er nun mit uns auf Mutter-Kind- Kur und muss leider auf seinen Urlaub mit dem Vater verzichten, was mir schon das Herz schwer gemacht hat und auch immer noch macht. Aber ich merke schon seit einigen Wochen, dass ich mit meiner Kraft irgendwie am Ende bin. Nicht weil meine Kinder besonders schwierig sind, sondern weil es einfach anstrengend ist, immer alles alleine tragen zu müssen.

In den letzten Tagen, in denen ich mich so unendlich erschöpft fühle, wird mir wieder bewusst wie kräftezehrend die letzten Jahre alleine waren. Ich habe alles geschafft, ja, aber der Preis dafür ist, dass ich immer „muss“ und nur ganz selten, bis nie, „sein darf ohne zu müssen“.

Die Aussicht darauf, 3 Wochen den Haushalt, Haushalt sein zu lassen,  freut mich ungemein. Jeden Tag darf ich mich ein paar Stunden am Tag nur um mich kümmern bei Anwendungen, Sport, Spaziergängen, Lesen oder einfach nur „sein, ohne müssen.“ Am Nachmittag kann ich unbeschwert Zeit mit meinen Kindern verbringen ohne an organisatorisches denken zu müssen – eben einfach „sein, ohne zu müssen.“ Herrlich, genau das brauche ich jetzt ganz dringend.

Der Gedanke, jeden Tag ans Meer gehen zu können und in die Weite zu schauen lässt mich durchatmen. In meinem Herzen breitet sich dabei Frieden aus. Während ich diesen Artikel hier schreibe höre ich mir das Klavierstück von Ludovico Einaudi „Unna Mattina“ an und nehme dabei war, dass ich  ganz langsam zu mir komme und mich entspanne. Musik hat eine starke Wirkung auf mich, schon immer.

 

Musik drückt aus,

was nicht gesagt werden kann

und worüber zu schweigen unmöglich ist.

Victor Hugo

 

Ich mache jetzt Sommerpause mit meinem Blog. Im September könnt Ihr wieder von mir lesen. Bis dahin wünsche ich Euch eine entspannte Zeit mit Reden, Schweigen, Musik……….. und allem, was Euch gut tut.

 

Herzlichst, Claire („Mama streikt“)

4 Gedanken zu “Ich packe meinen Koffer……… oder „sein ohne zu müssen“

  1. tinasleben schreibt:

    Hallo Claire, mir geht es ganz ähnlich. Ich beantrage auch derzeit eine Kur. 3 Jahre alleinerziehend und die Reserven sind aufgebraucht. Erst die Trennung verkraften, dann alles allein anpacken. Das alles geht, aber mir fehlt der Austausch über die „Banalitäten“ des Alltags. Und das Gefühl, immer parat stehen zu müssen….. es zerrt an den körpetlichen und nervlichen Kräften.
    Ich wünsche Dir und Deinen Kindern gute Erholung, Kathleen

    Gefällt 1 Person

    • Mama streikt schreibt:

      Liebe Kathleen,

      was für ein schöner Name. Herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Das Gefühl immer parat sein zu müssen, macht mir auch am meisten zu schaffen im Alltag. Die Mutter-Kind-Kur, auf der wir noch sind, an der Ostsee, war einen große Hilfe und Erholung und Erleichterung für mich. Ich hoffe sehr, dass Du Deine Kur bald genehmigt bekommst und eine gute Kur-Klinik findest. Ich war nun schon das 2. mal in der gleichen Klinik und bin wie auch beim letzten Mal schon, sehr zufrieden mit dem Aufenthalt hier. Des Weiteren liebe ich auch die Ostsee mit Ihrer Weite. Ich werde bestimmt im September ein paar Fotos (von den vielen, die ich gemacht habe), im Blog veröffentlichen. Ich wünsche Dir eine ganz gute Zeit, viel Kraft und eine erholsame Mutter-Kind-Kur. Pass gut auf Dich auf, herzlichst, Claire

      Gefällt 1 Person

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